4. Platz bei „meinen Spielen“

4. Platz für tj.PHOENIX bei den Deutschen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung 2016, in stark besetzter Klasse.

Thomas J. Jandke: Meine 5 Ringe meiner Motivation

Die 5 Ringe meiner Motivation. Foto arts4PR

ABENBERG – Gute Wünsche vom Golf Landesverband Berlin-Brandenburg und Golfclub Gatow, dann ging’s Richtung Süden zu den Deutschen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung. Annähernd zeitgleich zum Start der Olympischen Spiele trat ich zu „meinen Spielen“ im Golfclub Abenberg an, dem Club für den der Berliner diese Jahr offiziell spielt.

Lokalmatador

logo_golfclub_abenbergDie Medaillenjagd wurde unterstützt von meiner bestens bewährten „Entourage“, mit: PRO Tim Raisner, Arbeitgeber Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Fachgeschäft Golf Berlin-Mitte, Sports Club Fitness and Friends und den medzinischen Behandlern der Osteomed. Vor Ort zusätzlich verstärkt durch Caddie „Herr Bühlen“ sowie gestärkt durch ein herzliches Willkommen von Gert Kehrbach, dem Päsidenten meines neuen Heimatclubs.

Inklusion baut auf

Uns alle eint der Slogan: Inklusion baut auf. Dies im doppelten Sinne, denn „Teilhabe“ baut nachweislich physisch bzw. psychisch den einzelnen (behinderten) Menschen auf. Sie stärkt ihn und lässt, durch das Einreißen intellektueller Schranken sowie der Herstellung baulicher Barrierefreiheit, den Aufbau einer „besseren“ Welt, mindestens aber einer zukünftig tragfähigeren Gesellschaft erwarten.

Fünf Ringe der Motivation

Olympia ist da. Olympia weckt Erinnerungen. Erinnerungen, als ich mir damals, im Rahmen der Krebs-Reha 2011, zur mentalen Motivation die „fünf Ringe“ hoch in meinen Himmel der Zukunftsträume hängte. Zwei Wochen später machte ich aus der irrealen Vision ein anspruchsvolles aber erreichbares, konkretes Ziel und committete mich:

Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung, 2012

5 Jahre sind rum, es ist viel passiert: Starts bei den Deutschen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung 2012, ’13, ’14, ’15. 2015 sogar mit Bronzeerfolg. Inzwischen gesundheitliche Stabilität trotz erheblichem Behinderungsgrad, berufliches Comeback, tolle Aufträge, schickes neues Cabrio und liebe Seelen im privaten Umfeld.

Nun – 2016 – startete ich erneut voller Stolz für und mit meinen langjährigen Partnern. Erneut als Botschafter für Inklusion, der am eigenen Beispiel deutlich aufzeigt, wie gesundheitsfördernd ein positives Umfeld wirkt. Besonders, wenn es wohlwollend neben, vor oder hinter einem behinderten Menschen steht. So öffnet sich die Chance dafür, dass sich eine lebensbedrohliche Krise in einen Erfolg wandeln lässt.

Bei uns doppelt gehandicapten Golfsportlern kommt es vor, dass eine gute körperliche Verfassung eine schwer kalkulierbare Variable ist. Um so wichtiger ist vielen von uns die Kompensation durch gute Fitness und das persönliche Streben, hin zur möglichst eigenstängigen Bewältigung des Lebens. In der Linie von Prävention oder betrieblichen Gesundheitsmanagement ist Golf ein herausragendes Beispiel für Inklusionsport, durchaus auch im Interesse eines Arbeitgebers. Es zeigt denen überzeugend,

…welch‘ betrieblichen Mehrwert ein sozialsportliches Engagement in dessen (nicht nur durch einen Unfall oder Behinderungsgrad betroffenen) Mitarbeiter bringt. Die Layolität, die Bindung zum Unternehmen ist bei wertgeschätzten Mitarbeitern signifikant höher ausgeprägt. Der durchschnittliche Krankenstand sinkt bzw. berufliche Leistungsfähigkeiten steigern sich nachhaltig.

Der gesunde Mann, die „normale“ Frau schaue sich dazu gerne mal die sensationellen Leistungen einiger Golfkameraden mit nur einem Arm oder Bein, auf Krücken oder per Rolli an. Präzise sowie lange Schläge, jeweils vom Feinsten…

4. Platz

Gegenüber den Gewinnern der Gold- und Silbermedaillen 2015, meiner Behinderungsklasse, lag ich damals platzmässig noch dahinter. Da im Laufe des Turniers ’16 beide Golfer körperlich „schwächelten“, ich mich dagegen steigern konnte, golfte ich mich dieses Jahr vor sie. Einen Handicap-mässig gleich starken Spieler überholte ich an Tag 2 deutlich.

Deutsche Meisterschaft der Golfer mit Behinderung_Abenberg_2016_Driverschlag

Das Ziel immer im Blick – Foto arts4PR

Gegen Single Handicaper mit 8 bzw. 9 bzw. 10, der letztlich drei Erstplatzierten, gab es allerdings keine Chance. Nicht mal auf dem Papier. Hier liegt für mich, mit 22er HCP, noch ein längerer Weg vor mir. Respekt und Gratulation an die Gewinner. Mit Platz 4 erreicht ich hoch zufrieden das realistische MAX.

Interessant, der Deutsche Golfverband hatte dieses Jahr JAN ESSER, den Vorsitzenden des Medical Committee der European Disabled Golf Association (EDGA) für eine freiwillige medizinische Begutachtung von uns behinderten Golfer eingeladen. Wir mussten erfahren, „Sonstiges mit Einschränkungen auf den Golfschwung“ ist leider keine EDGA-Klasse wie beim DGV. Die Verkrüpplungen meiner linken Hand sowie die Folgen der Operationen bzw. Krebstherapien findet dort nicht die passende Einordnung. Warum eigentlich nicht? Immerhin ist diese Gruppe am teilnehmerstärksten besetzt! Da wird bei der EDGA in Sachen Inklusion wohl etwas noch nicht wirklich verstanden.

Alternative: Fahnenträger bei den Paralympics !

Nach der „erfolglosen“ Klassifizierung sprachen wir ausführlich über die verbandseitige Bewerbung und Regularien, um Golf auch in die Paralympics zu bringen. JAN erklärte mir, dass es hunderte von Golfverbänden gäbe, die sich mit Golf für Behinderte beschäftigen, dabei erhebliche Meinungsverschiedenheiten haben, allein in den USA. Es kämen die grossen Golfnationen Japan und Australien dazu. Selbst Europa sei sich nicht wirklich einig. Daher ist geplant, dass die Unterlagen für 2018 abgestimmt fertig werden, um sich für die Spiele 2024 offiziell bewerben zu können. Realistisch sei aber eher, dass man 2020 fertig wird, um dann für 2028 eine Bewerbung abzugeben. Au, das ist arg lange hin, eine Alternative zur Sportlerkarriere musste her. Da mich Anzüge bekanntlich gut kleiden, stellte ich darauf augenzwinkernd den Antrag auf die ehrenvolle Funktionärsaufgabe des Fahnenträgers.

Von den Paralympics oder den Idealen aus der UN Behindertenrechtskonvention zurück zum realen 2016er Golfturnier und dessen weiteren Highlights: PAULA, die Deutsche Meisterin aus 2015 und ich trainierten auch dieses Jahr zusammen ein paar für mich sehr lehrreiche Runden. Oder, klasse, dass an den Turniertagen einige Clubmitglieder reges Interesse zeigten und externe Zuschauer mitliefen, ogbleich der Deutsche Golfverband erst recht spät die Veranstaltungsplakate versendete. Insbesondere von seitens ALIOS, einem sehbehinderten Golfer, kamen enthusiastische Fans, die, sehr erfreulich, für unseren gesamten Flight jubelten. Mir schenkte dies richtig gute Laune. Auch bemerkenswert, der charmante Power von Managerin Eva Zitzler. Sie prägte erneut organisatorisch die DM. Egal wo ich war, im Clubhaus, auf der Terrasse, Driving Range, Büro oder auf dem Platz, immer war Sie bereits dort oder kam gerade um die Ecke. Ich vermute es gibt sie in Wirklichkeit mehrfach…

So wurden es schöne, erfolgreiche, „fast olympische“ Sommerspiele für mich.

thanks4help

PS: Ergebnisse und einen weiteren Bericht könnt ihr lesen auf: Golf.de

Autor_tj.PHOENIX

Autor_tj.PHOENIX

Botschafter für Inklusion | arts4PR-Mentor bei Hauptverband der Dt. Bauindustrie
Unternehmerblut fließt in den Adern, ein wildes Künstlerherz schlägt in der Brust. Wenngleich seine Kräfte zu gering sind (GdB 100), um loszustürmen und in der Arktis unermüdlich süsse Robbenbabies zu retten, agiert er überaus lebensbejahend: so teilt er das Handicap vieler von Geburt mit Behinderung lebender Menschen. Ebenso kennt er das Schicksal schwerster Unfälle und Krisen, u. a. durch eine höchst lebensbedrohende Krebserkrankung, die ihn 2010 traf.

2011 - beim NeuStart ins Leben kündigte er an: “In einem Jahr trete ich an, bei den Dt. Meisterschaften der Golfer mit Behinderung". Der Blog erzählt Ihnen von seinem Wiederauferstehen, wie ein PHOENIX aus dem Feuer...
Autor_tj.PHOENIX

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2 Gedanken zu „4. Platz bei „meinen Spielen“

  1. Lieber Thomas, herzliche Grüsse und Glückwünsche aus Schweden, habe Deine email erst heute gelesen, und durch ARD/ZDF im Net bin ich in Olympia dabei. Weiter so! Du bist – kontinuierlich – auf dem richtigen Weg! Warum nicht schon 2020 in Tokyo??? Liebe Grüsse aus Schweden
    Doc Frank Makowsky/Praxis Sonne/Berlin

  2. Bin mächtig stolz auf Dich und gratuliere herzlich! Folge weiter Deinem Weg, auf dem Platz wie in der Administration. Vielleicht schafft Ihr es eines Tages, die nationalen Unterschiede der Behinderungsskala in eine internationale Bewertung einbringen zu können, um bei Olympia vertreten zu sein. Super, dass Du den Anspruch als Fahnenträger schon mal angemeldet hast. Würde Dir auch bestens stehen, mein lieber Thomas.

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