Gesunde Geschenke

Danke, Klaus "vom Markt"

Viele kleine, sympatische Gesten lindern auch ein großes, böses Trauma… .

Als ich mich nach der Chemo erstmalig wieder auf die Straße wagte, hatte ich noch den langen Schlauch der Ernährungssonde (für künstliche Ernährung) in der Nase hängen.

„Wo warst Du so lange?“,

fragtes Du als ich bei Dir, KLAUS, am Wochenmarkt-Stand Kollwitzplatz vorbeischaute und die erste feste Aufbaukost einkaufen wollte.

Wir sprachen über meinen Krebs…

Dass ich seither

„3 x Vitaminreiches…“

bestelle und dann häufig

4 x sehr feines Gesundes

bekomme, liegt – vielleicht – an meinen undeutlichen Worten, bedingt durch die Kieferklemme, nach der Mund-OP – oder?

Wohl aber doch eher an Deinem Wohlwollen! Denn, ab und an findet sich ein leckerer Blumenkohl oder Granatapfel überraschend in meinem Korb – ganz ohne Worte. Samstag für Samstag läßt mich unsere kleine Einkaufs-Tour, die (Krebs)-Tortur, dann beim Mittagessen vergessen…

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Französische Seife

Danke, Station 61 - stellv.: Christian

Tonsillenkarzinom – Radio- / Chemotherapie ohne Ernährungssonde. Ärzte warnten ausdrücklich vor dem Risiko, letztlich zu verhungern.

Aus klinischen Erfahrung ist genauestens bekannt, wie stark Schleimhäute im Hals durch Bestrahlungen verbrennen. In der Regel wird erwarten, dass ein Patient nach ca. einem Dutzend Bestrahlungen nicht mehr essen kann. Extrem verschärft sich die Belastung, wenn die Therapie mit einer Chemo kombiniert ist.

Eigensinn vs. „Sie werden verhungern“

CHRISTIAN*, Sie sind Pfleger in der „härtesten“ Stationen der Charité: Chemo-Station 61. Für mich waren 30 Bestrahlungen angesetzt und 2 Chemo-Zyklen. Ich schoss unkalkulierbar quer, ließ keine(!) Ernährungssonde vorsorglich durch mein „Sonnengeflecht“ im Oberbauch legen, um dauerhaft künstlich ernährt werden zu können. Ich wurde eindrücklich gewarnt: ich würde nicht an den Folgen des Krebs sterben, sondern vorher verhungern. Nur Oberarzt Dr. BAKDASHKIH ging meine risikoreiche Entscheidung letztlich mit.

Alles Seife

Was es allerdings noch brauchte, dass war besonders bekömmliches Essen. Denn Wurst, Käse etc., insbesondere zum Abendbrot gereicht, waren völlig ungeeignet, kaum zu schlucken, weil brutal scharf. Selbst eine sonst so nette Banane entfaltet unter Chemo eine völlig andere Qualität. Der Fruchtzucker wird plötzlich zum schmerzlichen Feind. Und alles, selbst Wasser, schmeckt unter Chemo, bei zerstörten Speichel- bzw. Geschmacksknospen, schrecklich nach Seife.

Da konnte auch der humorvolle Gedanke einer lieben Freundin nur wenig trösten:

„…ich hoffe, es schmeckt zumindest nach französischer Seife“

Es brauchte daher schlicht eine sehr praktische, individuelle Lösung von einem engagierten Pflegepersonal, neben den standardisierten Klinikroutinen.

Du hast mir fast täglich ein überzähliges Mittagessen reserviert, insbesondere wenn Kartoffeln, Ei oder Spinat für Euren „Gourmet“ angerichtet waren. Denn diese Zutaten hielten lange Zeit ihren natürlichen Geschmack bei und waren, von der Konsistenz und dem Säuregehalt her, erstaunlich neutral verträglich. Mein neues Lieblingsmenu wurde mir Abends fürsorglich per Mirkowelle nochmals leicht erwärmt.

Dass ich oft erst kurz vor Mitternacht aufgegessen hatte, lag weniger am gründlichen kauen…

…man war das ne‘ Qual. Aber ich wollte es ja so.

Zusätzliche „Ehrenrunde“

Später, schon wieder entlassen, klappte ich körperlich total zusammen, zeitverzögert trafen die Nachwirkungen aus der Chemo äußerst brutal ein. Zwei Tage danach schlug ich für eine weiter Aufbauwoche freiwillig bei Euch auf. Nix ging mehr, nicht mal mehr ein Schluck trinken konnte ich. Es drohte das Verdursten und ich musste dann doch künstlich Ernährt werden. Diese erfolgte dann über eine leichte Magensonde durch die Nase, so dass das Nervenzentrum im Oberbauch auch diesmal unberührt blieb. JA, sehr gewöhnungsbedürftig, aber ein für mich gut akzeptabler Weg.

Kleiner Vorteil: das Geschmackszentrum wurde übersprungen. Der energiereiche, laktosefreie Spezialbrei in Tüten wurde einfach in den Körper, per Tropfständer, eingeflösst. Nun ohne Seifenaroma!

Mit dem langen Schlauch aus der Nase baumelnd, lief ich danach noch wochenlang durch die Stadt…

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PS: *stellvertretend über CHRISTIAN sind hier auch die weiteren Schwestern und Pfleger dankend angesprochen!

Was einen stark macht

Danke, OA Dr. med. Harun Badakhshi

Krebs im Halsbereich – wenn dort eine Strahlen- / Chemotherapie ansteht, stürzt eine gewaltige Lawine an standardisierten Vorbereitungen auf Patienten ein. Jetzt braucht es Menschen die einen stärken.

Vor der eigentlichen Behandlungsserie können diverse Operationen notwendig werden, zur Absicherung der Therapie sowie des erhofften Erfolges. Denn, die meisten Erkrankten sind erfahrungsgemäß nach 10-12 Bestrahlungen so “verbrannt”, dass sie dann nicht mehr schlucken können. Sie brechen die Nahrungsaufnahme ab, werden schnell noch schwächer. Eine risikoreiche Situation in der Weiterlesen