Mach’s Licht aus!

Danke, Carola

Schlimmstenfalls muss jemand das Licht ausmachen und die paar Aschereste entsorgen…

Wichtig: Es ist also genau zu überlegen wen man in seine Patientenverfügung einsetzt!

Carola, hinter mir lagen gerade extrem kritische 7 Stunden Operation und  15 Stunden künstliches Koma. Ich wachte in dem Moment auf, als Du die Intensivstation betratst.

Hab‘ Dich wohl irgendwie gespürt.

Braunüle in der linken, Venenverweilkanüle in der rechten Hand, eine weitere im Fuß sowie nochmal eine etwa im Ellenbogen, in der Nase eine Ernährungssonde (über den Rachenraum, Kehlkopf bis hinunter in den Magen), Wundsekretableitungschlauch im Hals, Katheter im Schwanz, Kabel überall. Voll mit Medikamenten, bis unters Dach sediert.

Ich fühlte mich elend, jämmerlich, völlig benommen. Der zugeführte Sauerstoff war noch das angenehmste…

Du wischtest mir erstmal ganz selbstverständlich meinen sabbernden Mund ab.

Wie besprochen…

Irgendwie hatte wir Dir wohl in diesem Horrormärchen auch einen „miesen Job“ zukommen lassen. Denn, wenn die OP schiefgegangen wäre, wäre Deine Aufgabe: Die Maschinen abschalten zu lassen. Dir hatte ich die Patientenvollmacht übertragen. Offizielle Formalien, Dokumente und Testament lagen in Deiner Hand. So weitreichend, um mich ggf. einäschern zu lassen und den Puder dann irgendwo, irgendwie in alle Himmelsrichtungen, mit dem Wind, zu verwehen…

Einmal im Leben Aschenputtel genügt! Beim nächsten Mal bekommt diese Stelle jemand anderes. Versprochen! Obgleich ich Dich glatt empfehlen würde.

thanks4help

PS: Wie im echten Märchen – zum Glück hat Dir das Leben zum Ausgleich ja auch (D)einen tollen Prinzen geschickt. Ich freue mich für Euch.

Autor_tj.PHOENIX

Autor_tj.PHOENIX

Botschafter für Inklusion | arts4PR-Mentor bei Hauptverband der Dt. Bauindustrie
Unternehmerblut fließt in den Adern, ein wildes Künstlerherz schlägt in der Brust. Wenngleich seine Kräfte zu gering sind (GdB 100), um loszustürmen und in der Arktis unermüdlich süsse Robbenbabies zu retten, agiert er überaus lebensbejahend: so teilt er das Handicap vieler von Geburt mit Behinderung lebender Menschen. Ebenso kennt er das Schicksal schwerster Unfälle und Krisen, u. a. durch eine höchst lebensbedrohende Krebserkrankung, die ihn 2010 traf.

2011 - beim NeuStart ins Leben kündigte er an: “In einem Jahr trete ich an, bei den Dt. Meisterschaften der Golfer mit Behinderung". Der Blog erzählt Ihnen von seinem Wiederauferstehen, wie ein PHOENIX aus dem Feuer...
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Ein Gedanke zu „Mach’s Licht aus!

  1. Schön und danke, dass du dich noch an deine Wach-Werd-Phase erinnerst, auch für mich war dieser Momenst ein ganz besonderer. Ich bin auf die Intensivstation gekommen, stand an deinem Bett, habe deinen Arm gestreichelt und du bist wach geworden:-)!! Würde auch jeder Zeit wieder an deinem Bett stehen, hoffe natürlich für dich, dies muss nicht noch einmal sein, denn das Wort NICHTS gefällt mir in diesem Zusammenhang auch besonders gut!!
    Drücke dich ganz doll!

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