Bronzemedaille!

Aus der Serie: Erfolge 2015

Deutsche Meisterschaft der Golfer mit Behinderung 2015: Berliner gewinnt Bronzemedaille.

GC Abenberg – Welch‘ gute Leistung mir am 8. / 9. August wirklich gelang, wird erst heute, einen Tag danach, richtig klar.

Wille, ärztliche Kunst, Fortune, Training und ein wenig glitzerndes Metall – Foto: H. Wirtz

In einer Hitzeschlacht mit brütend heißen 38 Grad, an beiden Tagen, über jeweils 18 Loch, erreichte ich eine persönliche Steigerung des Bruttoergebnisses all meiner German Masters seit 2012. Dieses neue Level nun auf dem Platz vom GC Abenberg, in der Nähe von Nürnberg.

2 x 10 Brutto = 3. Platz – Sonstige mit Einschränkung auf den Golfschwung

Ich musste bis hierher beherzt kämpfen – ihr wisst: vor 5 Jahren hatte ich mit nur 45 Jahren bereits ein Testament machen „dürfen“, anstatt mich mal lässig für ein großes Golfturnier melden zu können.

6:30 - Der erste auf dem Golfplatz, herrlich!

6:30 – Der Erste auf dem Golfplatz, herrlich!

Am vergangenen Wochenende war es ebenfalls ein „Kampf“ bzw. eine extreme Herausforderung, allerdings auf einem sehr hohen Niveau und dabei viel viel erfreulicher!

Dieser Erfolg ist meinem Team gewidmet!

Golf mit Behinderung ist Teamsport. Gerade meine Leistungsentwicklung für die DM wurde auch in 2015 kontinuierlich begleiten bzw. aufgebaut, durch:

  • PGA Professional Tim Raisner vorbereitet sowie über die
  • Platztrainings bzw. das Spielrecht beim GC Kallin ermöglicht,
  • fitnessmässig, u. a. mit Hot Yoga, bei Fitness and Friends in Form gebracht,
  • vom Bröttchengeber, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, ebenfalls gestärkt, in dem dieser 2015 erneut hinter der Kampagne „Inklusion baut auf“ und damit hinter mir steht,
  • von Golf Berlin Mitte technisch optimiert, in dem sie mich an deren sündhaft teuren TRACKMAN testen liessen,
  • darüber hinaus von meinen Behandlungskünstlern Osteomed Woche für Woche körperlich neu lotrecht augestellt bzw. heilend ausbalanciert…

Seelisch entlasteten mich ärztliche Befunde. Erst wenige Tage zuvor gab es im Rahmen der 5-jährigen Krebsnachsorge grünes Licht von allen medizinischen Lebensrettern.

Willkommen im „Hotspot“ Abenberg

Vor Ort waren wir, vom Leben schon körperlich, teils mental arg gebeutelte „Kinder Elmars“ (O-Ton), gerade unter der Hitzewelle des Jahrhunderts, höchst gefordert und daher mit dem professionell organisierten Turnierrahmen weitgehenst alle sehr zufrieden; nach diesem heavy Event dennoch alle restlos fertig.

Elmar Vedovelli - leitete 16 Jahre für den DGV die Dt. Meisterschaften.

„Alle meine Kinder“ – Spielleiter Elmar Vedovelli leitete 16 Jahre die Dt. Meisterschaften.

Insbesondere das Management vom Golfclub Abenberg um Eva Zitzler

„…riss sich den A. auf“,

wie DGV-Spielleiter Elmar Vedovelli humorvoll ausführte. In der Tat zeigte der Golfclub, zusammen mit dem Team des Deutschen Golfverbandes, vollsten Einsatz sowie wettertechnische Weitsicht, um unsere doppelten Handicaps zu kompensieren. So wurden genügend E-Karts „angekarrt“, um Hitzekollapse auszuschliessen. Es wurden Rolli-Rampen installiert und eine Gebärdensprachdolmetscherin engagiert, um einer Zweiklassengesellschaft vorzubeugen und Golf, sonst als bester Inklusionssport geeignet, auch durch eine gemeinsame Teilhabe am offiziellen Grillabend im Clubhaus zu (er)leben. Während des Turnieres wurden dann permanent kalte Tücher und Getränke direkt bis an die Spieler herangefahren. Der DGV selbst titel seinen Bericht über das Golfturnier auf dessen Website passend mit: „Heißer Fight in Abenberg„.

Und, dieses Jahr war sogar das Wertungsprozedere sinnvoller ausgeschrieben und viel fairer eingeteilt. Erstmalig kürte man jeweils den/die Deutsche MeisterIN je Klasse (Arm, Bein, Rollstuhl, Gehörlose, Sonstige mit und ohne körperlicher Einschränkung auf den Golfschwung etc.). Kleine Erinnerung: vormals gab es am Wettbewerbsende immer nur einen einzigen Gesamtsieger. Dieser hatte oftmals keinerlei körperliche Einschränkung auf den Golfschwung vorzuweisen und stand daher eigentlich als Sieger bereits vorher fest. In einer Delegation um den früheren BGC Vizepräsidenten Bernd Walsch war ich mit beim DGV in Wiesbaden, um genau diese wichtige formale Verbesserung für uns behinderte, dennoch leistungssportlich ambitionierte Golfer zu erreichen – erfolgreich wie man sieht.

Golf Performance

Mit der Gewissheit kürzlich bereits bei den Int. Bayerischen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung (GP Aschheim, München), konditionell gut angekommen zu sein, sowie auch beim Golfturnier der Bundeswehr in Berlin locker mitgespielt zu haben, war ich fit für den bevorstehenden hochtemperatur Härtetest. Denn, schon der Platz alleine verlangte bereits mein ganzes Können, dass bei „nur“ HDC 25,4 „aber“ einem Grad der Behinderung GdB 100. Semi-Roughs trocken wie in der Savanne, knochenharte Fairways auf den der Ball gerne versprang, nach 200 Metern, entwerder gleich ins Aus oder bei Glück nur in einen Bunker.

"Korrekturen" aus Bunkern waren diesmal eine eher leichte Aufgabe.

„Korrekturen“ aus Bunkern waren diesmal eine eher leichte Aufgabe. Foto by Herbert Wirtz

Mit vielen Wasserhindernissen, Gräben und Biotopen, kleinen, schnellen Greens und wunderschönen, allerdings langen, schmalen Waldpassagen bei denen schon ein kleiner Slice tödlich war.

B2 vom GC Abenberg: 488 m, PAR 5, Hcp 4

B2 vom GC Abenberg: 488 m, PAR 5, Hcp 4

Oder auch: PAR 3 mit 170/180 Metern, ja nach Fahnenposition. Höchst konzentriertes Spiel war gefragt, bei einer Glut, dass der Schweiß sogar die Handschuhe durchnässte und der Griff mal eben durch die Hand rutschte; und dass bei meiner linken verkrüppelten Hand. Ups, schon war der Ball auf nimmer Wiedersehen hinfort. Zugegeben, ich musste in der Woche Bälle nachkaufen.

Weitere Erfolgsgeheimnisse…

Meine mentalen und energetischen Spezialmittel, um die hochsommerliche Aufgabe zu lösen, waren: in einer bezaubernden Ferienwohnung, nur 50 Meter vom Golfplatz,

ferienwohnung

Mentale Vorbereitung – pure Ruhe!

in angenehmer Ruhe zu erholen, mit der amtierenden Deutschen Meisterin „Paula“ Mielke-Salzmann Tags drauf stressfrei aber fokussiert zu trainieren oder auch, dass gleich im Nachbardorf gebraute, hervorragend schmeckende alkoholfreie „Spalter Bier“ in ausreichender Menge als isotonischen Durstlöscher bzw. für einen herrlich erfrischenden Genuß eisgekühlt im Tour Golfbag zu bunkern. Der Blick auf das Ziel gerichtet und ein entspannter Rahmen mobilisierten mir zusätzliche Kräfte – mit dem sehr gelungenen Abschluss: Bronzemedaille.

Bronzemedaille

Bronzemedaille – DM 2015, Golfer mit körperlicher Einschränkung auf den Golfschwung

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Autor_tj.PHOENIX

Autor_tj.PHOENIX

Botschafter für Inklusion | arts4PR-Mentor bei Hauptverband der Dt. Bauindustrie
Unternehmerblut fließt in den Adern, ein wildes Künstlerherz schlägt in der Brust. Wenngleich seine Kräfte zu gering sind (GdB 100), um loszustürmen und in der Arktis unermüdlich süsse Robbenbabies zu retten, agiert er überaus lebensbejahend: so teilt er das Handicap vieler von Geburt mit Behinderung lebender Menschen. Ebenso kennt er das Schicksal schwerster Unfälle und Krisen, u. a. durch eine höchst lebensbedrohende Krebserkrankung, die ihn 2010 traf.

2011 - beim NeuStart ins Leben kündigte er an: “In einem Jahr trete ich an, bei den Dt. Meisterschaften der Golfer mit Behinderung". Der Blog erzählt Ihnen von seinem Wiederauferstehen, wie ein PHOENIX aus dem Feuer...
Autor_tj.PHOENIX

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Ein Gedanke zu „Bronzemedaille!

  1. Hey Tomi,
    Gratulation und ein hoch auf Dich. Super, Spitze…..einfach irre toll. Glanzleistung, auch in Betracht, wie du dich durchgebissen hast und jetzt auf dem Treppchen stehen darfst. Das macht dir keine nach. Bin stolz auf dich und was du wieder erreicht hast.
    Da sieht man wieder, wo ein Wille ist, ist der Erfolg nah. Über die Hindernisse müssen wir nicht reden, die sind in jedem Falle da. Aber letztendlich doch geschafft und nur das zählt.
    Super, super!!!
    Ein dickes Umärmel von Manu

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