Film: My way to olympia

Behindertenbeauftragte lädt ein: Film schauen und über Inklusionskultur reden.

Berlin – Gestern Abend ging’s für tj.PHOENIX zur Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele. Im Rahmen der diesjährigen Kultur-Auftaktveranstaltung wurde der Film „My way to olympia“ gezeigt.

In dieser sehenswerten Dokumentation geht es entsprechend um mein Lieblingsthema: Behinderte im Leistungssport. Ein Werk des gleichfalls behinderten Regisseurs Niko von Glasow.

Anschliessend wurden, im Rahmen einer offenen Diskussion, mit Spitzenathleten (Rollstuhltennis und Rudern) sowie zwei beteiligten, filmschaffenden Damen, einige Gedanken zu den Themen Inklusion, Inklusionsssport, Lebenswege etc. ausgetauscht.

Nicht jeder liebt Schweiß

Leistungssport, als Weg eines behinderten Menschen, ist „ein“ Weg, manchmal auch ein „schräger“. Nicht für jeden Menschen geeignet. Auch richtig: nicht mal jede Sportart ist inklusionsgeeignet, oder ließe sich irgendwie vergleichen. Manchen fehlt der Ansporn oder schlicht die Bereitschaft zum Schwitzen. Anderen dafür gibt er Motivation, ist Lebenssinn, ist der Weg ihrer Heilung…

Bestens geeignet, aber ohne Olympiade

In der Diskussion fand ich den Ansatz von Stefan Schenck, Vizepräsident des Behinderten Sportverband Berlin e. V., zu Berlin und Olympiabewerbung durchaus bedenkenswert, dass es in Zukunft eine andere, kompaktere Konzeption geben sollte, in der behinderte und nichtbehinderte Olympioniken zwar in eigenen Wettbewerben für sich antreten aber in gemeinsamen Veranstaltungsblöcken zu erleben sein sollten, statt in zwei getrennten Olympiaden.

Anmerkend ließ ich kurz einfließen:

…dass Golf der Inklusionssport schlechthin sei. Bestens geeignet durch ein sogenanntes Brutto- / Netto- Wertungssystem, welches die persönliche Spielstärke (Handicap HDC) berücksichtig und dadurch Leistungen vergleichbar macht. Dies über „Grenzen“ hinweg, ob nun Mann, Frau, Anfänger, Topathlet, Behinderte oder nicht…

Tatsache ist, dass dieser schöne, Menschen wunderbar miteinander verbindende Golfsport, der – außergewöhnlich gut – „fast allen“ die erwünschte, gemeinschaftliche Teilhabe erleben läßt, noch nicht mal im Behinderten Sportverband Berlin, als Breitensport, irgendwie praktisch wirklich relevant ist. Geschweige dass er bereits Behinderten-olympisch wäre. Sehr Schade! Eine Auffälligkeit die ich heute sogleich mit Bernd Walsch, ebenfalls Vizepräsident, allerdings vom Deutschen Behinderten Golf Club BGC, erörterte. Inklusionssportlich findet sich sicher ein kluger Lösungsweg.

Herzlos vs. nützlich

Sozial viel bedenklicher und symptomatisch für die fehlende Inklusionskultur, folgender persönlicher Fall von diskriminierender Leistungskultur: So lange selbst ein Arzt, als Gutachter des Deutschen Rententrägers(!), mir kürzlich, einem vom Schicksal mit GdB 100 schwer „Gebeutelten“ unverholen ins Gesicht sagt (O-Ton):

…Herr Jandke, es geht darum, dass sie endlich wieder nützlich werden, für die Gesellschaft,

so lange brauchen wir wohl nicht erwarten, dass die von überholten Einstellung geprägten Barrieren in den Köpfen der Menschen fallen. Und, dass wir eine Gesellschaft der vorurteilsfreien Teilhabe wirklich erschaffen könnten.

Wenn ich in der Zeit dieses Gedankengutes, der Euthanasie von vor 75 Jahren, gelebt hätte, ich wäre damals wohl in Rauch & Asche aufgegangen. Bei meinen geburtlichen Verkrüppelungen sowie den zusätzlichen Schwerbehinderungen aus der Krebserkrankung der letzten Jahre, wäre der Weg vom Amtsarzt aus gleich direkt Richtung (…) gegangen.

Ziel: Mein Weg nach Olympia

Ich lebe heute. Ich lebe wieder. Daher hier ein großes Merci ans Glück und vielmehr an meine toleranten, echt kultivierten Freunde. So hab ich doch noch ’ne Chance, weiter für meinen Weg nach Olympia. Wie „nützlich“ dieser auch immer sei…

thanks4help

 

Autor_tj.PHOENIX

Autor_tj.PHOENIX

Botschafter für Inklusion | arts4PR-Mentor bei Hauptverband der Dt. Bauindustrie
Unternehmerblut fließt in den Adern, ein wildes Künstlerherz schlägt in der Brust. Wenngleich seine Kräfte zu gering sind (GdB 100), um loszustürmen und in der Arktis unermüdlich süsse Robbenbabies zu retten, agiert er überaus lebensbejahend: so teilt er das Handicap vieler von Geburt mit Behinderung lebender Menschen. Ebenso kennt er das Schicksal schwerster Unfälle und Krisen, u. a. durch eine höchst lebensbedrohende Krebserkrankung, die ihn 2010 traf.

2011 - beim NeuStart ins Leben kündigte er an: “In einem Jahr trete ich an, bei den Dt. Meisterschaften der Golfer mit Behinderung". Der Blog erzählt Ihnen von seinem Wiederauferstehen, wie ein PHOENIX aus dem Feuer...
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