Präzise Lebensrettung

Danke, OA Dr. med. André Zakarneh

5 mm krebsfreier Randbeschnitt: das ist der erwünschte, der internationale Standard bei Krebsoperationen.

Bei Tumoren im Hals wird es damit manchmal schon sehr knapp. Wenn der Krebs dicht bis an Gefäßwände heranreicht, ist höchste Kunst der präzisen Lebensrettung gefragt.

Dr. ZAKARNEH, im Frühsommer 2010 wurden Probenentnahmen aus meinem Hals diagnostiziert, als:

„Tonsillenkarzinom – gefährlicher, schnellwachsender  Krebs, dicht an der Hauptschlagader, tief im Zungengrund!“

Sie waren mein Operateur und der Arzt des Sankt Gertrauden Krankenhauses, der mir diese sehr bedrohliche Tatsache in aller gebührenden Form offenbarte – fachlich klar, gleichzeitig Ihr ärztliches Vermögen helfend aufzeigend und auch Worte des Trostes fanden.

Ich war dennoch zutiefst geschockt. In mir stieg Panik hoch, schnürte den Hals gleich nochmehr zu. Wir stimmten den kommenden Weg ab: Eine große laserchirurgische Operation. Zu dem nötigen Eingriff war ich zwar entschlossen, aber dennoch nervös.

Letzter Wunsch

Daher bat ich Sie, mit mir unmittelbar vor der Einleitung der Narkose nochmals persönlich Kontakt aufzunehmen und sich mein, gegebenenfalls (aller-)letztes „Okay” abzuholen. Sie hielten Wort. Ein ruhig wahrnehmender Blick durch den kleinen freien Bereich Ihres OP-Schutzes. Ihre bekannte Stimme. Mir zugewandt hörte ich:

„Und, Herr Jandke, ….wollen wir beginnen?“

Diese entgegengebrachte Wertschätzung, Ihre verbindliche Art, in der wohl kritischsten Stunde meines Lebens, gab mir viel Vertrauen, ließ mich ganz ruhig werden…

Keine 5 mm

Zunächst musste die Hauptschlagader freigelegt werden, um den Tumor überhaupt und dann exakt bis an deren Gefäßwand (0,1 mm !!!) zu entfernen. Der 7-stündige Eingriff, durch Sie und der Assistenz von Dr. med. KAREN KRÜGER, erfolgte sowohl von innerhalb des Halses, wie auch von außen. Lymphknoten, teils Krebs befallenen, wurden gleichfalls entfernt. Danach: künstliches Komma und weitere 2 Tage Intensivstation, in leicht sediertem Zustand.

Ich erholte mich recht schnell und wurde dann – erneut durch Sie, erneut respektvoll – des medizinischen Sachverhaltes entsprechend, über weitere, harte Schritte informiert: Bestrahlungen, Chemo! Diese notwendige Therapiestrategie begündete sich in meinem Fall aus den Tatsachen:

  • dass Laborauswertungen bestätigten: einige 5 mm Randbschnitte nicht krebsfei
    (da Tumor unmittelbar bis an die Gefäßwand heranreichte),
  • meines vergleichsweises jungen Alters bei dieser Krebsart und
  • der Tatsache eines Raucher-typischen Krebses, obwohl Nichtraucher.

Heute zeigt sich wie funktions- und substanzerhaltend Sie den Laser geführt haben und wie fein die Narben anschließend verschlossen wurden: optisch von aussen erscheint es, als hätte ich in der Jugend mal “nur” eine mittelschwere Rauferei gehabt. Innen im Mund- und Rachenraum wurde eine etwas andere Anordnung als die von Mutter Natur gegebene notwendig. Die Zunge ist nun teils am Zahnfleisch angenäht, andere Teile fehlen.

Zwischenzeitlich läuft das Wasser nicht mehr aus der Nase zurück ins Glas, wenn ich einen Schluck trinke. Ich habe dies gelernt. Auch wieder zu essen, zu schlucken und zu sprechen…

thanks4help

PS: …und damit zu leben und auch wieder zu lachen!

Mein letzter Wille

Danke, Rechtsanwältin & Notarin Elke Ochs-Gruissem

Patientenverfügung – klingt hamlos, ist aber durchaus komplex und kann sehr tiefgreifende „Nebenwirkungen“ haben. Daher besser Anwalt / Notar fragen!

Frau OCHS-GRUISSEM, dass ich telefonisch nach Ihrer juristischen Hilfe rufe, um mich bitte aus einer verzwickten Rechtslage zu retten, waren Sie von mir ja bereits gewohnt. Als ich Mitte 2010 anrief, schockte auch Sie, dass es sich diesmal um eine lebensbedrohliche Notlage handelte – ich bat Sie:

„…für eine mir bevorstehende, große, sehr kritische Operation, eine notariell umfassende Patientenverfügung auszuarbeiten“.

Wir setzten uns kurzfristig zusammen und klärten:

  • wer darf / soll im Fall der Fälle die Maschinen abstellen lassen,
  • dürfen Organe entnommen sowie
  • am Leichnam ggf. auch Experimente durchgeführt werden (oder eben nicht),
  • wer hat Vollmacht über Konten, Verträge etc…

Dies erinnerte an die vielen Male, als wir unsere Köpfe zusammen stecken, um für ein gutes Urteil rechtliche Winkelzüge auszuhecken. Nur, es war diesmal der extremste, „tiefste“ Punkt unserer langjährigen Zusammenarbeit. Diesmal hätten wir beihnahe keine Chance gehabt, etwas zu meinem Vorteil zu bewegen. Diesmal hätte auch Ihr hohes juristisches Geschick letztlich nicht wirklich gereicht. Diesmal war der Gegner ein fast unbesiegbarer:

Krebs, der gefährlichen Art!

Sie besuchten mich nach der OP, um persönlich zu schauen, ob Ihre Verfügung hoffentlich doch nicht notwendig wurde.

Wurde sie nicht…

thanks4help
tj.phoenix

Mach’s Licht aus!

Danke, Carola

Schlimmstenfalls muss jemand das Licht ausmachen und die paar Aschereste entsorgen…

Wichtig: Es ist also genau zu überlegen wen man in seine Patientenverfügung einsetzt!

Carola, hinter mir lagen gerade extrem kritische 7 Stunden Operation und  15 Stunden künstliches Koma. Ich wachte in dem Moment auf, als Du die Intensivstation betratst.

Hab‘ Dich wohl irgendwie gespürt.

Braunüle in der linken, Venenverweilkanüle in der rechten Hand, eine weitere im Fuß sowie nochmal eine etwa im Ellenbogen, in der Nase eine Ernährungssonde (über den Rachenraum, Kehlkopf bis hinunter in den Magen), Wundsekretableitungschlauch im Hals, Katheter im Schwanz, Kabel überall. Voll mit Medikamenten, bis unters Dach sediert.

Ich fühlte mich elend, jämmerlich, völlig benommen. Der zugeführte Sauerstoff war noch das angenehmste…

Du wischtest mir erstmal ganz selbstverständlich meinen sabbernden Mund ab.

Wie besprochen…

Irgendwie hatte wir Dir wohl in diesem Horrormärchen auch einen „miesen Job“ zukommen lassen. Denn, wenn die OP schiefgegangen wäre, wäre Deine Aufgabe: Die Maschinen abschalten zu lassen. Dir hatte ich die Patientenvollmacht übertragen. Offizielle Formalien, Dokumente und Testament lagen in Deiner Hand. So weitreichend, um mich ggf. einäschern zu lassen und den Puder dann irgendwo, irgendwie in alle Himmelsrichtungen, mit dem Wind, zu verwehen…

Einmal im Leben Aschenputtel genügt! Beim nächsten Mal bekommt diese Stelle jemand anderes. Versprochen! Obgleich ich Dich glatt empfehlen würde.

thanks4help

PS: Wie im echten Märchen – zum Glück hat Dir das Leben zum Ausgleich ja auch (D)einen tollen Prinzen geschickt. Ich freue mich für Euch.