Ziel ’10: Act of Zero

Danke, Dr. med. Petra Sandow

Für „meine“ Hausärztin entschied ich mich seinerzeit, da Naturheilverfahren, neben der Schulmedizin, zu ihrem Behandlungsansatz gehören.

Später, als ich schwer an Krebs (Tonsillenkarzinom) erkrankte, eröffneten Sie mir daher unmittelbar auch komplementäre Konzepte.

Frau Dr. SANDOW, während der kritischen Zeit kamen Sie mir stets sehr entgegen! Immer wieder griffen Sie kurzer Hand in Ihr Regal und deckten mich pragmatisch, jeweils entsprechend der Ergebnisse aus den Blutuntersuchungen, mit Mustern ein:

  • Selen,
  • Folsäure,
  • Magnesium,
  • Eisen,
  • B12-Ampullen,
  • Darmflora-Präparate etc…

Da die Krebs-Krise sowie meine angeborenen Behinderungen zu weitreichenden Folgen im gesamten Leben führten, glich Ihre Praxis dann auch noch häufig einer behördlichen Schreibstube, mit viel Geduld für meine vielen Fragen und die umfangreichen Anträge, zu:

  • REHA-Heilkur,
  • REHA-Sport,
  • Fahrdienste,
  • Behindertenausweis / Versorgungsamt,
  • Mehraufwand Spezialernährung,
  • Rente wg. Erwerbsminderung,
  • Stellungnahmen usw…

Sie hatten viel für mich zu (ver)schreiben. Hier zeigte sich Ihr großer Erfahrungsschatz aus dem außergewöhnlichen Engagement der langjährig praktizierenden Allgemeinmedizinerin und der auch formal gewandten Landessportärztin für den Behinderten Sportverband Brandenburg e.V.

Mein „MVZ“
In künstlerischer Freiheit darf ich benennen, was Sie mir – sehr geschätzt – in Ihrer Praxis bzw. mit Ihrem engagierten Praxis-Team persönlich entgegenbringen:

Mein  Medizinisches Versorgungs Zentrum.

Act of Zero!
Geht es auch andersrum? Erfreulicher Weise, ging auch dies. Ende 2010 setzte ich die durch zahlreiche OPs, Bestrahlungen und Chemos bedingten Schmerzmittel schrittweise bis auf 0 (in Worten: NULL). Anfang 2011 gab ich Ihnen demonstrativ und mit großer beidseitiger Freude, die restlichen Medikamente zur Entsorgung: Tilidin, Tramal, Novalgin Morphium-Pflaster, all dieses Zeugs, mit all den heftigen Nebenwirkungen.

Um dem schweren Fatique-Syndrom zu begegnen, begannen wir ein Programm zur Entgiftung sowie zum Wiederaufbau der stark angegriffenen Magen- und Darmflora.

Apropos Wiederaufbau: Mein Vorhaben

Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Golfer / -innen mit Behinderung, in 2012

traf Ihr Wohlwollen. Sie bestärkten mich sofort in meinem ambitionierten Ziel. Insbesondere, da der Sport bei meinen GdB 100:

„…sehr Behinderten-geeignet sei, gleichermaßen für den mentalen wie auch den körperlichen Aufbau.“

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tj.phoenix

Jetzt strahlt ER wieder

Danke, PD Dr. med. Ulrike Höller

Strahlentherapie im Kopfbereich ist brutal! Für ängstliche Patienten ist sicheres und fürsorgliches Geleit höchst wichtig.

Mit einer eigens für den Kopf aus Kunststoff geformten, eng passenden Maske auf einen Gerätetisch bis zur Bewegungsunfähigkeit festgeklemmt zu sein, damit eine Maschine lasergesteuert um einen herumfahren und millimetergenau „beschießen“ kann, dabei

  • Ernährungssonde durch die Nase,
  • Chemo-Port in der Brust und
  • dicken Zungenspatel sowie
  • Zahnschutz im Mund,

bedarf bärenstarker Nerven, um sämtliche Fluchtreflexe bzw. Brechreize unterdrücken zu können.

30 Sitzungen lang, 30 harte Tage lang

Bei vollem Bewusstsein zu spüren, wie es einen, Bestrahlung für Bestrahlung, innerlich und äußerlich immer mehr verbrennt, Schmerzen sowie Übelkeit stärker werden, gleichzeitig die Kräfte zusehends schwinden, lässt Angst, Panik auftreten und bringt mitunter manch nächtliche Alpträume hervor. Ich sag es ganz offen:

Es war die brutalste Zeit die ich je erleben musste…

Frau Dr. Höller, um so wichtiger, dass Sie als erfahrene Ärztin und Leiterin dieser Charité Hightec-Abteilung, früh, bereits im Vorgespräch, meine durch Lebenskrisen sehr angeschlagene Gemütssituation erkannten und mir folglich eine besonders feine, geduldige Ansprache sowie ärztliche Empathie entgegenbrachten. Stets durfte ich Ihren sachlich aufklärenden Rat erfragen, der gleichwohl meine persönlichen Befindlichkeiten berücksichtigte, beispielsweise beim kontroversen Thema Komplementärmedizin mit Selen, zur Stärkung des Immunsystems vs. Bestrahlungsstrategie (Schulmedizin). Oder, dem Thema Chemo und deren Timing. Auch formale Hilfe erhielt ich, durch Ihre souveränen Begründungen gegenüber der Krankenkasse (Abrechnungsvorbehalt von Zahnschutz…).

Obwohl mit den Folgen der Therapie körperlich arg kämpfend, blieb ich tapfer ertragend, mental stabil – außer an einem Tag, an dem hing ich seelisch durch, brach plötzlich deutlich ein. Kollegin Dr. Sreenivasas, von Ihnen für die Zeit Ihres Urlaubes auf mich zuvor „extra“ sensibilisiert, war sofort adäquat präsent:

„Na Herr Jandke, heute erst reden, bevor wir beginnen?“

45 psychoonkologische Minuten später konnten wir weiterarbeiten.

In aller Verletzlichkeit bzw. Schwäche angesichts der extremen Strahlen aus computergeführten Robotern, von Ihnen und Ihrem Team fühlte ich mich in höchstem Maße als Mensch angenommen und vertrauensvoll beschützt, um diese Tortur – in Richtung Heilung – zu bewältigen.

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