Tipp: Teufelsaustreibung

Danke, Dipl.-Psych. Ute Goerling

Bestrahlungen und Chemozyklen setzten Patienten häufig auch unterbewust zu. Beispielsweise fängt das Unterbewusstsein an, körperliche Abwehrreaktion kurz vor einem Behandlungstermin auszulösen, ein sogenannter psychosomatischer, negativer Trigger. Aber: Es lassen sich mentale Kniffe (Priming) trainieren…

Nach 5 von 30 Bestrahlungen zeigten sich deutliche Gewebezerstörungen im und am Hals. Parallel „lernte“ mein Unterbewustsein: diese unsichtbaren Energiebeschüsse sind zerstörerisch, sind nicht nur für den Krebs lebensgefährlich. Nicht ohne Grund liegen diese lasergesteuerten Apparate der „Lebensverlängerung“ stets hinter mächtig dicken Mauern. Mein Seelchen reagierte jedenfalls bereits auf dem Weg dorthin mit heftigen Schüben von Übelkeit. Gefühle der Panik überschwemmten mich und mein Gehirn. Alle Gedanken kreisten nur noch darum und blockierten vor allem die kreativen Potentiale. Die wichtigste Frage für mich war:

Wie läßt sich dieser Trigger ins positive drehen und zur Stabilisierung in meiner Behandlungsserie nutzen?

Als EX-Leistungssportler kannte ich, dass es auch anders herum geht, dass man mentale Muster automatisch auslösen lassen kann, die einen positiv auf den Punkt unterstützen. Wie damals bei meinen Motorradrennen im Rahmen der WM-Termine, dachte ich an ein hochwirksames Priming, dass mich mental stabilisiert.

Priming nutzen

Frau Goerling, Sie helfen als Psychologin den Patienten der Charité, während deren Krebstherapien. Ich suchte Sie spontan auf und bat um die Installation einer „guten“ Triggertechnik. Denn, bei mir fing es plötzlich an, schon, wenn ich nur die Treppen hinunter ging, in den Keller in dem die „Höllen“-Strahlenmaschine stand, die mir mein Leben retten sollte. Brechreiz stieg unwillkürlich auf, ich würgte, es steigerte sich – ein fataler Trigger.

Kotz-Teufel austreiben

Sie waren sofort auf meiner Seite. Kurze Klärung der Zielsetzung, dann – von Ihnen dezent sprachlich geführt – symbolisierte ich mein Gefühl, intuitiv als:

„Teufel“, der mich kotzen lässt.

Mit Ihrer Anleitung visualisierte ich den „Kotz-Teufel“ nun genau, verkleinerte ihn auf Zwergengröße und schickte diesen dann „zum Warten“ draußen vor die Tür. Draußen, vor der tatsächlichen Bestrahlungs-Station wurde ein vorhandenes, markantes bauliches Merkmal wiederum als optischer Auslöser genutzt, welches mich beim Besuch stets erinnern würde, sofort innerlich einen schönen Duft (für mich der Geruch von Holz) anzuknipsen. So, als ob mich eine nette Douglas-Verkäuferin mit meinem Lieblings-Parfum besprühen würde. Diesen feinen Geruch intensivierte ich mit jeder Stufe in die Tiefe, bis zum Maximum auf dem Tisch der Strahlenmaschine.

Unser kleiner Trick war wirkungsvoll. Er gab mir Kraft gab, so dass ich die restliche Bestrahlungsserie frei von schweren Attacken durchstand. Genial! Und gut zu wissen:

Der Teufel mag kein Holz!

Sicherlich ein psychologischer Geheimtipp, geeignet für die Coping Strategien auch anderer Patienten…

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1.000 Nadelstiche

Danke, Bettina Kupny

Charité – Krebspatienten bekommen einerseits den Stand der Forschung geboten, gleichzeitig sorgen die Ergebnisse aus deren Therapien zur Verbesserung künftiger Behandlungsansätze.

Zu Beginn der Chemo- / Bestrahlungstherapie stand die Frage, zusätzlich an einer Studie teilzunehmen und regelmäßig ein paar Tropfen Blut extra spenden.

Im Laufe meiner langen gesundheitlichen Biografie wurde mir hunderte Mal Blut abgenomme. Ich weiß also wie es gut gelingen kann. Insbesondere ist es bedeutend, wenn man eine extreme Behandlungszeit durchmacht. Denn jeder Aderlass, vor allem wenn dieser stümperhaft erledigt wird, ist zusätzlicher Stress.

BETTINA KUPNY, kein Arzt, keine Schwester „zapfte“ jemals so zart wie Sie! Daher ließ ich, nach einigen nervigen Erfahrungen (Anm.: Namen werden hier keine genannt…) während der fast täglichen Blutkontrollen, mehrfach nach Ihnen rufen, damit – nur Sie – mir Blut abnehmen mögen. Sie hatten die Freundlichkeit herbeizueilen, auch vom anderen Ende der Charité. Ihr Kniff für sanftes Piksen:

Sie setzten mich in eine sehr aufrechte, lockere Position und Sie setzten sich gleichfalls(!) entspannt hin.

Die gründlichen Auswertungen der umfassenden Analysen waren immer wichtige Signale, wie belastend Bestrahlung und Chemo auf mein Immunsystem wirkten. Vielleicht konnten wir beide darüber hinaus, mit dem roten Extra-Direkt-Saft auch eine wenig zu neuen Erkenntnissen für die biologische Krebsforschung beitragen…

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AU, tut dass weh!

Danke, Dr. med. A. Fiedler

In Vorbereitung auf die Chemotherapie wird ein PORT nötig.

Ein Kathetersystem für den dauerhaften Venenzugang, implantiert unter die Haut, am Schlüsselbein. Diese Operation wird üblicherweise ambulant und “nur“ unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

DR. FIEDLER, Sie operierten mich, waren dabei sorgsam und sehr vorsichtig. Dennoch für mich ein schmerzvoller Eingriff. Vermutlich bedingt aus meiner Biographie: durch die vielen früheren Verletzungen und OPs. Sicherlich auch stark von der nervlichen Belastung der Krebsdiagnose beeinflusst, reagierte mein Schmerzgedächtnis überheftig, wurde extrem angetriggert.

Powerreden vs. Schmerzgedächtnis
Grundsätzlich war ich gewillt nicht zu verkrampfen. Doch die Einführung, insbesondere des Katheters sollte schwieriger werden, als gedacht. Ich litt sehr. Spontan bat ich Sie:

„…mit mir bitte viel zu reden, um mich abzulenken“.

Ich selbst fing an hörbar wirre zu summen.

Sie taten Ihr Bestes, technisch sowie emotional. Sie redeten die ganze Zeit – wie erbeten – mit mir, erklärten mit ruhiger Stimme detailliert,

…was Sie gerade machten, wie weit wir wären und wie lange ich noch durchhalten solle…

Unser Zusammenwirken, hindurch durch das trennende OP-Tuch, war spürbar schmerzlindernd!

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tj.phoenix