Lieblingswort: NICHTS

2. Krebs Kontroll-OP

Es gibt Wörter in Sätzen die sind ganz schlicht und doch so schön – solch eines  ist für mich seit heute: NICHTS!

Am 28.01. legte sich der PHOENIX nochmals unters Messer. Es galt einen MRT-Befund, im Rahmen der regelmäßigen Krebs-Nachsorge (Sankt Gertrauden-Krankenhaus), genauestens zu untersuchen. Unter Vollnarkose wurden Gewebeproben entnommen und analysiert, um Gewissheit zu erlangen, wie die entdeckte “Aktivität” am Zungengrund zu werten ist.

OA Dr. med. André Zakarneh war erneut der gewünschte Operateur. Da er mir seinerzeit das böse Drama – gezwungenermaßen – offenbaren musste, war ich erpicht von ihm heute sinngemäß nur zu hören: NICHTS! Es klang dann wie Musik in meinen Ohren, als er diesmal die gute Botschaft aussprach:

„Alles ok, nichts Verdächtiges…“

Im ärztlichen Bericht steht „es“ ebenfalls, dort selbstverständlich sehr fachlich, in Worten die nicht jeder so gut kennt, allerdings ein Mensch mit Krebserfahrung zu gerne liest:

„..kein Anhalt für Malignität im vorliegendem Material
…keinen Anhalt für ein Rezidiv.“

* Laut Wikipedia: Malignität (lat. malignitas ‚Bösartigkeit‘, ‚Missgunst‘) und Rezidiv (von lat. recidere, „zurückfallen“).

Apropos Worte: Danke für Eure, Ihre, Deine lieben Gedanken, gefasst in hoffungsvolle Worte. Viele erreichten mich per eMail und Anruf, einige über das online Feedback. Und, Danke für die heftig gedrückten Daumen. Diese können – ab sofort – im Eisbad gekühlt werden…

thanks4help

Nach BLOG-Diktat das KH umgehend verlassen, in Richtung Golf Saison 2013!

Präzise Lebensrettung

Danke, OA Dr. med. André Zakarneh

5 mm krebsfreier Randbeschnitt: das ist der erwünschte, der internationale Standard bei Krebsoperationen.

Bei Tumoren im Hals wird es damit manchmal schon sehr knapp. Wenn der Krebs dicht bis an Gefäßwände heranreicht, ist höchste Kunst der präzisen Lebensrettung gefragt.

Dr. ZAKARNEH, im Frühsommer 2010 wurden Probenentnahmen aus meinem Hals diagnostiziert, als:

„Tonsillenkarzinom – gefährlicher, schnellwachsender  Krebs, dicht an der Hauptschlagader, tief im Zungengrund!“

Sie waren mein Operateur und der Arzt des Sankt Gertrauden Krankenhauses, der mir diese sehr bedrohliche Tatsache in aller gebührenden Form offenbarte – fachlich klar, gleichzeitig Ihr ärztliches Vermögen helfend aufzeigend und auch Worte des Trostes fanden.

Ich war dennoch zutiefst geschockt. In mir stieg Panik hoch, schnürte den Hals gleich nochmehr zu. Wir stimmten den kommenden Weg ab: Eine große laserchirurgische Operation. Zu dem nötigen Eingriff war ich zwar entschlossen, aber dennoch nervös.

Letzter Wunsch

Daher bat ich Sie, mit mir unmittelbar vor der Einleitung der Narkose nochmals persönlich Kontakt aufzunehmen und sich mein, gegebenenfalls (aller-)letztes „Okay” abzuholen. Sie hielten Wort. Ein ruhig wahrnehmender Blick durch den kleinen freien Bereich Ihres OP-Schutzes. Ihre bekannte Stimme. Mir zugewandt hörte ich:

„Und, Herr Jandke, ….wollen wir beginnen?“

Diese entgegengebrachte Wertschätzung, Ihre verbindliche Art, in der wohl kritischsten Stunde meines Lebens, gab mir viel Vertrauen, ließ mich ganz ruhig werden…

Keine 5 mm

Zunächst musste die Hauptschlagader freigelegt werden, um den Tumor überhaupt und dann exakt bis an deren Gefäßwand (0,1 mm !!!) zu entfernen. Der 7-stündige Eingriff, durch Sie und der Assistenz von Dr. med. KAREN KRÜGER, erfolgte sowohl von innerhalb des Halses, wie auch von außen. Lymphknoten, teils Krebs befallenen, wurden gleichfalls entfernt. Danach: künstliches Komma und weitere 2 Tage Intensivstation, in leicht sediertem Zustand.

Ich erholte mich recht schnell und wurde dann – erneut durch Sie, erneut respektvoll – des medizinischen Sachverhaltes entsprechend, über weitere, harte Schritte informiert: Bestrahlungen, Chemo! Diese notwendige Therapiestrategie begündete sich in meinem Fall aus den Tatsachen:

  • dass Laborauswertungen bestätigten: einige 5 mm Randbschnitte nicht krebsfei
    (da Tumor unmittelbar bis an die Gefäßwand heranreichte),
  • meines vergleichsweises jungen Alters bei dieser Krebsart und
  • der Tatsache eines Raucher-typischen Krebses, obwohl Nichtraucher.

Heute zeigt sich wie funktions- und substanzerhaltend Sie den Laser geführt haben und wie fein die Narben anschließend verschlossen wurden: optisch von aussen erscheint es, als hätte ich in der Jugend mal “nur” eine mittelschwere Rauferei gehabt. Innen im Mund- und Rachenraum wurde eine etwas andere Anordnung als die von Mutter Natur gegebene notwendig. Die Zunge ist nun teils am Zahnfleisch angenäht, andere Teile fehlen.

Zwischenzeitlich läuft das Wasser nicht mehr aus der Nase zurück ins Glas, wenn ich einen Schluck trinke. Ich habe dies gelernt. Auch wieder zu essen, zu schlucken und zu sprechen…

thanks4help

PS: …und damit zu leben und auch wieder zu lachen!