Ziel: Meine Masters ’13

Danke, PGA Professional TIM RAISNER

Neuer Golflehrer. Neuer Golf Club. Neues Ziel.

Mai 2013 – Jede Menge Arbeit liegt vor mir, ich stehe bei HDC -32,2 und es sind nur noch rund 3 Monate zu den Deutschen Meisterschaften der Golfer / -innen mit Behinderung ’13, in Hamburg-Treudelberg. Mein gewagtes Wunsch-Etappenziel lautet: bis zum Turnier auf HDC -18,4 verbessern, um dann dort im direkten Zählspiel antreten zu dürfen. Naklar, auch ich weiß, dass ist mehr als optimistisch geträumt…

PGA Professional Tim Raisner ist humorvoll direkt:

„Keine langen Vorreden, ab in die Garage. Das Hallentor hochgezogen und die golferischen Hosen mal eben kurz runtergelassen“.

Kamera, Licht, Computer an, das Lieblingseisen gegriffen und gezeigt was wirklich geht. 10 „kalte“ Abschläge raus auf die Driving Range; die Zeitlupe der Videoanlage ist unerbittlich und entlarvt alles!

Golferisch laufe ich meiner Form von Aug. 2012 deutlich hinterher. Nach dem extrem langen Winter und „ohne Budget“, daher ohne professionelle Anleitung, dafür einer weiteren OP in den Knochen, sieht es technisch traurig aus. Allerdings nicht ganz hoffnungslos. Denn, körperlich bin ich, bis auf meine bekannten „echten“ Handicaps, inzwischen deutlich besser drauf und stärker als voriges Jahr. Yoga- und Kinesis-Training zeigen erste gute Wirkung.

PGA-Drills vs. Handicap

Tim hat einen guten Ruf; durch seinen Einsatz im Landestrainerteam insbesondere auch bei den leistungsorientierten, aufstrebenden Berliner Golftalenten. Seit kurzem leitet er die Golf Academy des Golfclub Gatow, auf dessen schönen Anlage, ehemals des Britischen Militärs. Es galt zu erfragen wie er mir helfen könne. Kurz entschlossen bekam ich von ihm sein klares, motivierendes

„JA, ich mache mit“.

Für die nächsten Wochen stehen in unserer Masters-Terminplanung nun eine Serie speziell auf meine physiologischen Eigenheiten (Behinderungen) abgestufte Einzeltrainings sowie einige Turniere, die als echte Leistungstest angesetzt sind.

Golf Garage & Platzrunde

Im Einzeltraining analysiert Tim am Scope Visualizer PRO System die Fakten: Abtauchen im Aufschwung statt stabile Kopfposition, es fehlt der Lag, Arme blocken statt zu rotieren, hampeln mit den Beinen, keine saubere Gewichtsverlagerung im Durchschwung, etc. Performance sieht anders aus. Oder, positiv ausgedrückt: mehr Weite und höhere Präzision ergeben sich wenn ich diese Faktoren optimiere, synchronisiere. Inkl. der neu gewonnenen Fitness sollte eine deutliche Steigerung folglich möglich sein. Erste kleinere Korrekturen brachten beim 7er sofort 15 Meter mehr, ganz locker, bei weit geringerem Energieaufwand.

Nächster Termin, nächste Einheit, checken was behalten, gelernt wurde. Dann kleine Platzrunde, um zu sehen was in der Praxis so läuft: X-Beine beim Driverstand, häufiges Toppen im kurzen Spiel, da zu wenig Stand im vorderen Bein. Anschliessend Mann und Golfbag zurück, wieder in die Garage, wieder vor die Kamera, erneute Auswertung.

Wir beide sind wunderbar ambitioniert, immer die Fahne bzw. „unser Masters“ als Ziel.

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Spirit of Golf

Danke, Golf PRO Simon

Berlin – Herbstmorgen, leichter Nieselregen. Weit und breit kein Mensch auf der Driving Range, nur ein schwarzer Mann, der für sich ganz ruhig ein paar Golfbälle schlug. Er sollte mein Golflehrer werden…

Aus der Ferne, so dachte ich zunächst, sähe ich Tiger Woods beim Training, so elegant der Schwung. Simon – wir kamen ins quatschen, unsere Schwingungen passten, wir begannen ab diesem Tag an meinem Golfschwung zu arbeiten, nach Deiner „afrikanischen“ Art eines Golf PROs: ganz gelassen, mit sehr viel Freude, feinen taktilen Korrekturen der Bewegungen…ganz langsam…ganz rhythmisch…ganz relaxt. Das gefiel mir gut, zumal das Regelbuch völlig ignoriert wurde und wir uns nur auf das Spielen einließen. Dann, zur Platzerlaubnis-Prüfung, wurde es studiert, allerdings auch nicht so übertrieben, wie sonst „deutsch geartete“ Golfer dies allzu gerne, allzu ernst handhaben…

In Trance

Die PE (über Golf Berlin Mitte) fiel in die Winterzeit. Unsere talentierten Ladies Mara und Anja, der zwischenzeitlich kleinen, sehr sympathischen Anfängergruppe, drängten zur ersten echten Platzrunde. Eisreif auf dem Platz von Prenden. Erstes Tee. Du hattest die Ehre, legtest vor. Ich erinnere mich genau wie ich sah, wie Du in Trance fielst und einen grandiosen Abschlag abfeuertest, der mit Fade durch die klirrend kalte Luft perfekt am angekündigten Punkt aufschlug. Beeindruckt fragte ich,

Was war denn DASS?“

Du nur kurz:

„TIGERLINE!“

Wir lachten. Lachten, wie so häufig, beispielsweise auf der Range von Golfer’s Friend: Du zeigtest mal eben, gegen die kleine Wette um einen Espresso, wie man selbst mit meinem uralten Callaway H3 den Ball punktgenau auf die 200 Metermarke setzt.

2012 – als es um das Ziel, die Teilnahme zur Deutschen Meisterschaft der Golfer / -innen mit Behinderung für mich ging, gab’s noch ein schönen Glücksbringer mit auf den Weg: ein perfekt in meine Klassik-Serie passender, mir noch fehlender Driver, von meinem guten lieben „Golf Guru“.

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