Französische Seife

Danke, Station 61 - stellv.: Christian

Tonsillenkarzinom – Radio- / Chemotherapie ohne Ernährungssonde. Ärzte warnten ausdrücklich vor dem Risiko, letztlich zu verhungern.

Aus klinischen Erfahrung ist genauestens bekannt, wie stark Schleimhäute im Hals durch Bestrahlungen verbrennen. In der Regel wird erwarten, dass ein Patient nach ca. einem Dutzend Bestrahlungen nicht mehr essen kann. Extrem verschärft sich die Belastung, wenn die Therapie mit einer Chemo kombiniert ist.

CHRISTIAN*, Sie sind Pfleger in der „härtesten“ Stationen der Charité: Chemo-Station 61.

Eigensinn
Für mich waren 30 Bestrahlungen angesetzt und 2 Chemo-Zyklen. Und, ich schoss unkalkulierbar quer, ließ keine (!) Ernährungssonde vorsorglich durch „mein Sonnengeflecht“ im Oberbauch legen, um dauerhaft künstlich ernährt werden zu können. Nur Oberarzt Dr. BAKDASHKIH ging meine risikoreiche Entscheidung letztlich mit.

Alles Seife!
Was es allerdings noch brauchte, dass war besonders bekömmliches Essen. Denn Wurst, Käse etc., insbesondere zum Abendbrot gereicht, waren völlig ungeeignet, kaum zu schlucken, weil brutal scharf. Selbst eine sonst so nette Banane entfaltet unter Chemo eine völlig andere Qualität. Der Fruchtzucker wird plötzlich zum schmerzlichen Feind. Und alles, selbst Wasser, schmeckt unter Chemo, bei zerstörten Speichel- bzw. Geschmacksknospen, schrecklich nach Seife.

Da konnte auch der humorvolle Gedanke einer lieben Freundin nur wenig trösten:

„…ich hoffe, es schmeckt zumindest nach französischer Seife“

Es brauchte daher schlicht eine sehr praktische, individuelle Lösung von einem engagierten Pflegepersonal, neben den standardisierten Klinikroutinen.

Du hast mir fast täglich ein überzähliges Mittagessen reserviert, insbesondere wenn Kartoffeln, Ei oder Spinat für Euren „Gourmet“ angerichtet waren. Denn diese Zutaten hielten lange Zeit ihren natürlichen Geschmack bei und waren, von der Konsistenz und dem Säuregehalt her, erstaunlich neutral verträglich. Mein neues Lieblingsmenu wurde mir Abends fürsorglich per Mirkowelle nochmals leicht erwärmt.

Dass ich oft erst kurz vor Mitternacht aufgegessen hatte, lag weniger am gründlichen kauen…

…man war das ne‘ Qual.

Aber ich wollte es ja so.

Zusätzliche „Ehrenrunde“
Später, schon wieder entlassen, klappte ich körperlich total zusammen, zeitverzögert trafen die Nachwirkungen aus der Chemo äußerst brutal ein. Zwei Tage danach schlug ich für eine weiter Aufbauwoche freiwillig bei Euch auf. Nix ging mehr, nicht mal mehr ein Schluck trinken konnte ich. Es drohte das Verdursten und ich musste dann doch künstlich Ernährt werden. Diese erfolgte dann über eine leichte Magensonde durch die Nase, so dass das Nervenzentrum im Oberbauch auch diesmal unberührt blieb. JA, sehr gewöhnungsbedürftig, aber ein für mich gut akzeptabler Weg.

Kleiner Vorteil: das Geschmackszentrum wurde übersprungen. Der energiereiche, laktosefreie Spezialbrei in Tüten wurde einfach in den Körper, per Tropfständer, eingeflösst. Nun ohne Seifenaroma!

Mit dem langen Schlauch aus der Nase baumelnd, lief ich danach noch wochenlang durch die Stadt…

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PS: *stellvertretend über CHRISTIAN sind hier auch die weiteren Schwestern und Pfleger dankend angesprochen!

Stets aufmerksam

Danke, Dr. med. Gesine Schwarz

Genaue HNO-Beobachtung war lebensrettend!

Toxoplasmose – eigentlich harmlos, fast jedes Kind durchlebt diese einmal, häufig wenn es mit Katzen spielt.

Frau DR. SCHWARZ, lange laborierte mein Immunsystem an einer Toxoplasmose. Da keine Heilung eintrat, wurden regelmäßige Checks in kürzeren Intervallen angesetz: mit Ultraschall, Blutuntersuchungen und Ihren optischen Kontrollen.

Ende 2009 / Anfang 2010 besserten sich scheinbar alle Werte. Trickreiche „Tarnung“, denn plötzlich erschreckte uns Ihr Sichtbefund:

„Unklare, kitische Gewebeveränderung.“

Sie veranlassten unmittelbar weitergehende Untersuchungen durch die Fachkollegen des Sankt Gertrauden-Krankenhauses. Innerhalb weniger Tage erfolgte eine OP mit der Entnahme von Proben. Dass sich ein möglicher Verdacht letztlich dann doch als Krebs (Tonsillenkarzinom) bestätigte, veränderte mein Leben schlagartig und dramatisch.

Sie entdeckten die erste Krebsauffälligkeit, erkannten sofort die Gefahr. Ihre gelebte ärztliche Haltung:

„Wir achten alle ganz genau auf sie, Herr Jandke“,

ist angenehm stimmig. Neben der gründlich-sicheren HNO-Abklärung ist – sie – für mich stets auch mental sehr stabilisierend!

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