Der Positiv-Effekt

Buchbesprechung

BERLIN – Professor Sven C. Voelpel und Dr. Fabiola H. Gerpott berichten über die hochreaktiven Effekte des positiven (sowie negativen) Primings.

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„Der positiv Effekt“- das neue Buch der beiden MIND-Spezialisten. Foto: arts4PR

Heute Abend ergab sich in der Urania die erfreuliche Gelegenheit, einiges über die wissenschaftlichen Hintergründe zu hören, wie das sogenannte Priming funktioniert.

Das richtige Priming war und ist der „unsichtbare“ Erfolgsturbo meiner dynamischen Wiederauferstehung wie ein PHOENIX. Den in der Psychologie genutzte Begriff definiert Wikipedia mit: …Beeinflussung der Verarbeitung (Kognition) eines Reizes dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert. Diese Aktivierung spezieller Assoziationen im Gedächtnis aufgrund von Vorerfahrungen mit den betreffenden Informationen geschieht häufig und zum allergrößten Teil unbewusst. Solch ein bahnender Reiz kann ein Wort, ein Bild, ein Geruch, eine Geste oder Ähnliches sein. Der primende bzw. bahnende Reiz aktiviert bottom up Gedächtnisinhalte, die top down bestimmen, wie schnell der nachfolgende Reiz verarbeitet wird, oder ob er korrekt erkannt wird, oder – bei uneindeutigen Reizen – auf welche Weise er interpretiert wird, oder sie beeinflussen den Gemütszustand oder nachfolgendes Verhalten. Das Konzept beruht auf der Aktivierungsausbreitung von Assoziationen.

Gedanken und Reaktionen bahnen

Im Vortrag der beiden ging es genau darum. Und parallel um die Präsentation ihres neuen Buches „Der Positiv-Effekt“. Sie berichteten von spannenden Studien:

  • In eigenen Laborexperimenten in dem größten sozialwissenschaftlichen Labor Europas an der Jacobs University belegten sie, dass durch negatives und positives Darbieten von Stereotypen in nur drei Minuten ein Leistungsunterschied von 400% in der Generierung kreativer Ideen von Projektteams hervorgerufen wird.
  • Auch in anderen Disziplinen wie der Pädagogik, der Psychologie sowie den Sportwissenschaften werden erstaunliche Wirkungen einer positiven Einstellung festgestellt.
  • Studien zu Placebo-Effekten zeigten, dass nur durch eine vermutete medizinische Behandlung körperliche Verbesserungen zwischen 20% und 80% eintreten können.

Negatives wirkt dagegen auf eine Seele vernichtend, wie mir mein Arzt bestätigte. Dieser erzählte – ebenfalls heute – von einer verbalen Fehlleistung, aus einer namenhaften Berliner Uniklinik: Weiterlesen