Golftherapie auf Rezept?

Golf für Menschen mit Behinderung

DGV und Golfclub Haxterpark Paderborn melden online: Expertengespräch zur Thematik „Golf für Menschen mit Behinderung“.

Das freut im Namen des Blogs thanks4help, dessen Themenschwerpunkt genau die Erkenntnis ist, dass Golf auch Therapie ist und einen wunderbaren Beitrag zur Heilungsunterstützung bietet! Mein offen vorgelebtes Wiederauferstehen „wie ein Phoenix“, aus der brutalen Krebshölle, empor bis zur Deutschen Meisterschaft der Golfer_innen mit Behinderung, ist der beste lebende Beweis.

Die spezielle REHA-Form, mit Weiterlesen

Lächelnd quälend

Danke, Bentje Schneider

Ein Doc verordnete REHA-Sport, selbstredend in doppelter A4-Ausführung und verbunden mit doppelt-doppelt so vielen weiteren bürokratischen Formalien.

Ende 2011 trat ich dann, schon mal völlig fertig vom Schriftkram, bei Dir, Bentje, zur Gruppen-Dressur an. Zwar war ich dort Dein jüngster, allerdings vermutlich der schwächste Hüpfer.

„Ohhh jeee…“,

war ich und vor allem mein Hals böse, böse schwach. Den Kopf musste ich, nach: 4 OPs (Tumore im Hals), 30 Bestrahlungen, 2 Chemos und 2 Wirbelsäulenbrüchen, bei vielen Übungen in der ersten Zeit mit den Händen halten, sonst wäre er nach hinten ins Genick gefallen oder auf dem Boden aufgeschlagen.

Touch of Golf

Ich hatte einen langen, insbesondere ambitionierten Weg vor mir, denn ich outete mein fern in der Sternen stehendes Ziel: Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Golfer / -innen mit Behinderung, 2012!

Woche für Woche trainierten wir: Koordination, Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Balance, Mobilität. Immer anders, immer neu und, so mein Eindruck, immer mit ein paar Übungen Golftraining, die Du Dir extra für mich persönlich ausdachtest. Viele davon machten direkt wir beide zusammen: Du als meine motivierende und selbst hoch motivierte Personal Trainerin.

Behindertensport: Lächeld quälend

Physiotherapeutin und Kollegin Yvonne übernahm die Versehrtentruppe Mitte 2012 und führt seither, gleichfalls lächelnd – mich ebenso kompromisslos lässig quälend – die Drills weiter. Nein nein, im Gegenteil: auf uns “angeschlagene“ Kranke wurde (und wird) sehr aufmerksam geachtet! Aber das mit dem Lächeln stimmt schon, da häufig herzhaft gelacht wird.

Es gibt ja genug Grund: Inzwischen hält Euer erfitteter Behinderter sein Köpfchen wieder freihändig und recht aufrecht in die Höhe. Bzw. Er kann sich wagen hoch hinauf zum blauen Himmel zu schauen oder auch nach den Golf Sternen zu greifen. Diese konnte Er, dann im August 2012, tatsächlich ein wenig berühren.

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REHA Golftherapie

Danke, Ina und Jens

In tiefen Krisen und bösen Zeiten hilft manchmal nur noch eines: Humor, möglichst “respektlos“, möglichst von echten, respektvollen Freunden.

INA, Du stehst als kesse, leicht vorlaute Familien-Chefin im Mittelpunkt von tollen Männern: Drei hast Du erfolgreich großgezogen (typisch Mutter), einen versuchst Du – zum Glück erfolglos – „kleinzukriegen“ (typisch Ehefrau) und den fünften, mich, knapp gescheiterten Kleinkünstler, hast Du immer großartig und fein behandelt (typisch Freundin)!

Jeder Leser merkt hier sofort: Wir alle vertragen uns gut miteinander, wir beide verstehen uns seit über 20 Jahren prächtig.

„Notfalls werden die Jungs in ein Zimmer umquartiert, Du kommst zu uns auf die Couch und wirst per Hand gefüttert“,

so Deine direkte Ansage, als ich, in der Zeit der künstlichen Ernährung zunächst rapide schwächer wurde und nicht erkennbar war, ob ich selbst in der Lage wäre mich zu stabilisieren. Ein herzliches Hilfsangebot, in der extrem kritischen Zeit, ein respektvolles Zeichen Eurer Aufmerksamkeit, Bereitschaft und Liebe…

Es gab zum Glück schnell Entwarnung und es zeigte sich, dass ich bald meine Koffer zur ärztlich verordneten  REHA packen konnte. Diesmal bot Dein Mann JENS seine Hilfe an, augenzwinkernd:

„Ich fahr Dich – natürlich standesgemäß – zur REHA-Klinik, ist doch Ehrensache“.

Ich witzelte darauf:

„Da Du mich mit Deinem super schicken neuen BMW so schön vorfährst, kanne ich ja einen Koffer mehr mitnehmen, mit edlen Sakkos für’s Kapitänsdinner und all die abendlichen Galas und selbstverständlich auch mein Golf Bag, um ein bisschen trainieren zu können…“

Golftherapie
Das mit dem Golf entwickelte sich dann vor Ort überraschend zum klasse Gag. Hier eine kleine verbale Kostprobe, mit Patienten (P) die mich (T) nachmittags, nach den vielen Anwendungen, im hauseigenen Park beim lockeren Training entdeckten. In etwa:

P: „Was machen Sie da, bitte?“
T: „Golf-Therapie.“
P: „Was bitte?“
T: „Meine Golf-Therapie! Haben Sie auch welche verordnet bekommen?“
P: „Nein.“
T: „Nein, Sie haben keine…? Darf ich Sie höfflich fragen, welche Krankenkasse Sie haben?“
P: „…xy…“
T: „Mmmh, ich verstehe, das wundert mich nicht… Aber reden Sie doch mal mit Ihrem Stationsarzt, DER kann sicher was für Sie regeln…“

Man gab das eine “tolle Stimmung“ in der Klinik! Kein Wunder, dass ich keine Verlängerung bekam. Wer, trotz 30 Bestrahlungen noch soviel Schabernack in sich trägt, gilt vermutlich als hoffnungslos austherapierter (Strahlungsun)fall – oder?

Herrlich respektlos!
INA, die schönste, schwärzeste Albernheit geht 2010 wohl allerdings neidlos auf Dein Konto. Wie Du, als ich noch schwach von der schweren OP, mit Nasensonde (Ernährungsschlauch) im hellblauem Krankenhaus-Hemd völlig wacklig vor Euch stand, trockener Mine meintest,

„…soeben ein sehr seltenes, sogenanntes Doppel-Rüsseltier entdeckt zu haben: oben baumelnder langer dünner Rüssel und unten baumelndes Rüsselchen.“

Deine auflockernde Art und Deine (Eure) dabei doch sehr achtsame, familiäre Zuwendung, im Moment wo es wirklich wichtig war, machten mir diese schwere Zeit sehr viel leichter. Welch wunderbar heilende Wirkung. Respekt große Freundin!

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tj.phoenix