Seelenflüsterin von BINGEN

Danke, Eve W.

Viel hat nicht gefehlt und ich hätte selbst Schluss gemacht.

Stärkste, quälende Schmerzen, schwerste Depressionen. Dann die niederschmetternde Diagnose, gefolgt von kritischer Operation, brutalsten Bestrahlungs- und Chemophasen sowie künstlicher Ernährung. Ich stand kurz vor dem Aufgeben…

Eve, Du kennst mich zig Jahre, auch Jahre gemeinsamer Erfüllungen. Du kennst meine bunten Höhenflüge, kennst meine „dunklen Abgründe“. Dein sinnliches Wesen konnte so oft, so leicht zu all meinen, sogar unterbewussten Tiefen, durchdringen. Deine Gabe war 2010, während meiner schlimmsten Lebenskrise, wichtiger denn je!

Fachlich hatte ich ein sehr gutes Team, das war es nicht; mein Schwachpunkt waren die höllischen Schmerzen, die mich schon monatelang zuvor total zermürbt hatten sowie der abrupte wirtschaftliche Zusammenbruch, der mir täglich neue, extreme Belastungen antrug und so auch die letzten Energien raubte.

„Nur einen Schritt, bitte…und heute wieder nur einen Schritt…halte durch…bleib entschlossen“,

so Deine guten Botschaften, per täglichem Anrufe, per täglicher SMS, per Karte oder Brief. Wer weiß, wie Du es genau gemacht hast, mich zu bewegen?

Schöne Seele
Vielleicht lag’s es ein wenig am spirituellen Vermächtnis bzw. an dem heiligen, auf Dich übergegangenen Geist einer Hildegard von Bingen, aus der unmittelbaren örtlichen Nähe zu Deinem direkten Geburtsort?

Jedenfalls, selbst im stark sediertem Zustand, Deine vertraute Stimme hörte ich immer, mit Deinen lieben Worten, Deinen betenden Bitten, Deinem geflüsterten Wunsch, an mich:

„…zu Leben!“

Ich war so leer, hatte selbst schon lange keine Wünsche mehr. Oder, vielleicht mochte ich nur noch Dir diesen, Deinem sehnlichsten Wunsch erfüllen? Dir, der Freundin, die mich vor ewigen Zeiten mit ihren Küssen zum Leben erweckte. Dir, der Frau, die all meine Qual aus eigener, leidvoller Krebserfahrung kennt, da ein Pfuscher sie seinerzeit böse verstümmelt hatte. Dir, dem Menschen, der diese Entstellung mutig überlebt hat. Dir, der Heilung schenkenden, schönen Seele, welche spürte, was für ein Terror ablief, tief in meiner schwachen, müden Seele.

Was für Hölle! Deine Liebe war, selbst in dieser, immer bei mir. Zusammen zählten wir die Tage leise rückwärts, bis diese überstanden waren, bis ich wieder Leben wollte…

thanks4help

PS: Deine heilende Liebe ist unbeschreiblich – ohne Worte. Angemessen wären vielleicht Gedichte, besser noch Songs die Deine Seele berühren, von guten Jungs die gleichfalls beseelt sind: Santana, Knopfler, Hendrix, Clapton, Floyd

Eternal Flame

Danke, Mara E.

Sehnsucht ist eine starke, Liebe eine stärkere Motivation.

Im Krankenwagen wurde ich täglich an „der Bank“ vorbeigefahren: von der Charité Wedding zur Charité Mitte, von der Chemostation zum Strahlungszentrum, zuvor voll gepumpt mit Medikamenten. Deren giftige Wirkung und die Verstrahlungen führten, nach und nach, zum Totalausfall meiner Nahrungsaufnahme. Simples Trinken wurde, trotz Morphium, zur Tortur. Mein Zustand verschlechterte sich rapide, Panik entstand. Mehrere Wochen fuhr man mich ich dort lang, stets sah ich durch ein kleines Fenster Deine Arbeitsstelle…

Mara, welch glücklicher Umstand, welch sentimentale Analogie. Denn, so erinnerte ich mich an Teneriffa und unsere Wanderung dort, durch ein tiefes Tal welches du kanntest und mir damals zeigtest. Immer abwärts, hinunter in die enger werdende Schlucht, bis es nicht mehr weiter ging, wir am Ende am alles aufnehmenden Meer standen.

Teneriffa: aus dem tiefen Tal

Der Weg zurück, der Aufstieg, wurde endlos lange und durch den einsetzenden Regen immer schwieriger, sogar gefährlich. Eben noch entzückten uns schönste Momente, wechselten dann in Furcht, dass wir abstürzen könnten. Wir schafften es. Ich war völlig platt, von Krämpfen geschüttelt. Du warst bis zum Schluss sensationell stark! Allein an diesem Tag zeigte sich viel von Deinem innersten Lebenswillen. Ich wusste: Dich möchte ich für immer an meiner Seite wissen, mit dieser Frau möchte ich durch die Abenteuer des Lebens gehen…

Starker Wesenszug

Um im Krebskampf nicht aufzugeben, ließ ich diesen – Deinen – außergewöhnlichen Wesenszug in mir aufflammen. Der, der eine Herausforderung, sei diese noch so übermächtig groß, mutig angeht. Im hintersten Winkel meiner Seele fand ich grad rechtzeitig diese ewige Flamme.  Zunächst ganz klein, da verzweifelt, möglicherweise bald aus dieser Welt scheiden zu müssen, gelang die Wandlung zum Entschluss, immer einen Schritt weiter, empor in ein neues, freies Leben. Dieser kleine psychologische Kniff bestärkte die Bereitschaft durch mein eigenes, tiefes dunkles Tal zu gehen, erhellt durch Deine wunderbare Fackel. Ich schwor innerlich:

Ich werde eines Tages – aufrecht – bis zu Dir gehen!

In dieser kritischen Phase fragte mich eine Ärztin:

…ob ich in der Lebensbilanz vielleicht andere Wege hätte wählen wollen, oder ob mein Leben erfüllt sei, ich sogar in Frieden gehen könnte?

Gute Frage – ich hielt innen, lächelte:

Wenn die Götter beschlössen, dass ich gehen müsse, ginge ich reich, eines Königs gleich. Früh beschenkt durch einen großherzigen, integren Großvater und später vom Schicksal privilegiert, durch die magische Liebesbeziehung mit Dir.

Tja, lange her, alles vergangen. Alles „nur“ Erinnerung. Allerdings, höchst wirksam in der Motivation. Du erinnerst Dich: eines Tages stand ich in der Bank vor Dir – aufrecht!

thanks4help

PS: Gestärkt aus der flammenden Erfahrung mit Dir, erinnert in „ewiger“ Liebe.

Was einen stark macht

Danke, OA Dr. med. Harun Badakhshi

Krebs im Halsbereich – wenn dort eine Strahlen- / Chemotherapie ansteht, stürzt eine gewaltige Lawine an standardisierten Vorbereitungen auf Patienten ein. Jetzt braucht es Menschen die einen stärken.

Vor der eigentlichen Behandlungsserie können diverse Operationen notwendig werden, zur Absicherung der Therapie sowie des erhofften Erfolges. Denn, die meisten Erkrankten sind erfahrungsgemäß nach 10-12 Bestrahlungen so “verbrannt”, dass sie dann nicht mehr schlucken können. Sie brechen die Nahrungsaufnahme ab, werden schnell noch schwächer. Eine risikoreiche Situation in der Weiterlesen